Das Dutzend ist voll. Zum 12. Mal vergaben die Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk Netz) in Kooperation mit der Regierung von Oberfranken den Bürgerenergiepreis in Oberfranken. Mit ihm werden Menschen ausgezeichnet, die mit ihren Ideen und Projekten Impulse für die Energiezukunft geben und sich für Umwelt, Klima und Energiethemen stark machen. Markus Leczycki, Leiter Kommunalmanagement der Bayernwerk Netz GmbH, und Oberfrankens Regierungspräsident Florian Luderschmid waren gleichermaßen von dem Engagement der Preisträger begeistert. „Diese Projekte beweisen, dass wir alle eine positive Veränderung bewirken können – ganz gleich, ob Klein oder Groß,“ so der Regierungspräsident.
Nachhaltigkeit wird zur Familiensache
Familie Storch aus Selb hat ein denkmalgeschütztes Wohnstallhaus aus dem Jahr 1804 mit großem Engagement und viel Eigenleistung saniert. Dabei wurde nicht nur die historische Bausubstanz bewahrt, sondern auch der energetische Zustand des Gebäudes grundlegend verbessert. Unter anderem wurde dies durch Glasschaumschotter unter einer neuen Bodenplatte, mineralischen Wärmedämm- bzw. Lehmputz im Innenbereich sowie durch eine Zellulose-Einblasdämmung zwischen den Sparren erreicht. Ein Erdkollektorfeld liefert nun über eine Sole/Wasser-Wärmepumpe die Wärmeenergie für Fußboden-/ Wandheizung. Ergänzend sorgen zwei Holzöfen sowie eine PV-Anlage mit Batteriespeicher für eine nachhaltige Energieversorgung. Der alte Baumbestand auf dem Gelände des Dreiseithofs wurde erhalten, die dazugehörigen Streuobstwiesen werden naturnah bewirtschaftet und unterstreichen das ganzheitliche Konzept. Mit 3000 Euro Preisgeld wurde das umfassende Sanierungsprojekt nun bezuschusst. Mit dem „Zukunftsweg Nachhaltigkeit“ hat das Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth Nachhaltigkeit als festen Bestandteil des Schulalltags in vielen Projekten und Unterrichtseinheiten integriert. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung – etwa als Klimabotschafter oder bei einer selbst organisierten Nachhaltigkeitsmesse. Neben dem regelmäßigen Ideenaustausch mit anderen Bayreuther Gymnasien ist das internationale Austauschprojekt „Gemeinsam nachhaltig – vernetzen, gestalten, austauschen“ mit einer Wiener Schule besonders hervorzuheben, bei dem die Jugendlichen Stadtführungen zu lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen gestalteten. Weitere Projekte reichen von Starter-Paketen mit nachhaltigen Schreibwaren für Fünftklässler, Baumpflanzaktionen, über ein vegetarisches Mensaangebote mit Schulcafé und Pausenverkauf bis hin zu einem Umweltforum, in dem sich Schüler, Lehrkräfte und Eltern gemeinsame engagieren. Für das weitreichende Konzept, das Bildung und Eigeninitiative verbindet, erhielt das Gymnasium ein Preisgeld von 3.500 Euro.


Neues Lieblingsfach: Nachhaltigkeit
Die Sophien-Grundschule Hof hat Nachhaltigkeitsthemen im Schulalltag fest verankert und vermittelt praxisnah und altersgerecht, wie umweltgerechtes Verhalten und die Energiewende im Kleinen funktionieren kann. Im Projekt „Solarenergie nutzen“ bauten Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse solarbetriebene Fahrzeuge oder Maschinen und testeten diese unter verschiedenen Bedingungen. Sie planten eigenständig ein Balkonkraftwerk, das nun Strom für die Schule liefert. Seit Jahren arbeitet die Schule bei den Themen Müllvermeidung, Mülltrennung und Müllverwertung eng mit dem Abfallzweckverband Hof zusammen. Im Schulgarten werden verschiedene Kräuter und Gemüsepflanzen gesetzt, gepflegt, gegossen, geerntet und verarbeitet. Auch um fünf Hühner in einem Gehege in Schulgartennähe kümmern sich die Kinder selbstständig. Mit dem Energiespar-Kalender tragen die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen auch in ihre Familien. Ein beeindruckendes Beispiel für frühzeitige Umweltbildung, das Freude und Verantwortungsbewusstsein weckt. Die Sophien-Grundschule aus Hof kam in den Genuss eines Preisgeldes von 3.500 Euro.
Energiehelden 2026 gesucht
Nach der Verleihung des Bürgerenergiepreises richtet sich der Blick der Veranstalter bereits auf die nächste Runde. In den Regierungsbezirken Oberfranken und Unterfranken können sich jeweils bis 22. Mai 2026 Privatpersonen, Vereine, Schulen und Kindergärten mit ihren beispielhaften Projekten zum Schutz von Natur und Klima für die Bürgerenergiepreis-Vergabe 2026 bewerben. Der Bewerbungsbogen ist im Internet unter www.bayernwerk.de/buergerenergiepreis zu finden. Hier werden auch die Gewinner der letzten Jahre mit einem Kurzvideo vorgestellt. Die Filmbeiträge sind bestens dazu geeignet, sich schnell ein Bild von der Bandbreite der möglichen Projekte zu machen. Die einzureichenden Projekte sollen eine Vorbildfunktion einnehmen und die Akzeptanz für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energiewende und die damit verbundenen Aufgaben erhöhen. Der Umfang des Projekts ist kein Bewertungskriterium. Die Auswahl der Gewinner erfolgt durch eine Fachjury. Die Zusammensetzung der Jury ist im Internet veröffentlicht. Wird die Frist vom 22. Mai überschritten, nimmt das eingereichte Projekt automatisch für das Preisvergabeverfahren im Folgejahr teil.
Autor / Autorin: AV, SEK · Fotos: Peter Kolb/ Bayernwerk Netz GmbH, ©Geralt-pixabay.com